Lern- und Gedenkort

LGO: Lern- und Gedenkort zur NS-Zwangsarbeit in Rudow

Im Eingangsbereich der Schule am Anfang der zentralen Schulstraße befindet sich der Lern- und Gedenkort zur NS-Zwangsarbeit in Rudow. Zusammen mit dem Museum Neukölln wird dort das Lern- und Gedenklabor zur NS-Zwangsarbeit in Rudow in der Clay-Schule betrieben.

Das Lern- und Gedenklabor zur NS-Zwangsarbeit in Rudow in der Clay-Schule ist ein Projekt in partnerschaftlicher Kooperation zwischen dem Fachbereich Museum, Stadtgeschichte, Erinnerungskultur des Bezirks Neukölln und der Clay-Schule.

Zur Geschichte des Ortes

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in den Jahren 1941-1945 auf dem Gelände der Clay-Schule ein Barackenlager für Zwangsarbeiter*innen – vor allem aus Osteuropa. Unter den Augen der in der Nachbarschaft lebenden Bürger*innen lebten in diesem Lager bis zu 2.000 Zwangsarbeiter*innen, die in verschiedenen Betrieben in Rudow und dem gesamten Südosten Berlins arbeiteten.

Im Zusammenhang mit dem Neubau der Clay-Schule fanden archäologische Untersuchungen und Ausgrabungen statt. An den Grabungen im Jahr 2014 haben auch Schüler*innen der Clay-Schule teilgenommen. Dabei wurden viele Gegenstände gefunden, die in der Schule ausgestellt sind und die Grundlage für das in seiner Form einzigartige Lern- und Gedenklabor bilden.

Über die Geschichte dieses Ortes und der dort lebenden Menschen ist deshalb viel bekannt, weil auf Quellen von zwei Personen zurückgegriffen werden kann, die hier gelebt und über ihre Erlebnisse in diesem Lager berichtet haben: zum einen die polnische Ostarbeiterin Kazimiera Kosonowska und zum anderen der niederländische Westarbeiter Pieter Pannekoek.

 Buchen SIe hier einen Termin für die Führung durch den Lern- und Gedenkort an der Clay-Schule

 09.11.2023: Gedenkveranstaltung

Am 09.11.2023 fand am Lern- und Gedenkort der Clay-Schule eine Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des 09.11.1938 statt. Der Bezirksbürgermeister Herr Hikel und Vertreter*innen der BVV Neukölln waren anwesend. Schüler*innen der Clay-Schule haben zu diesem Anlass das Lern- und Gedenklabor der Clay-Schule präsentiert.

 9. November 2023

Vor 85 Jahren brannten in ganz Deutschland Synagogen, wurden Hunderte Jüdinnen und Juden getötet. Tausende Geschäfte, Wohnungen und Orte jüdischen Lebens wurden zerstört. Und am Tag danach begann die Vertreibung und Deportation, die schließlich in den Holocaust mündete, der systematischen Ermordung von Jüdinnen und Juden in ganz Europa.

Auch heute haben Jüdinnen und Juden wieder Angst. 85 Jahre danach. „Nie wieder“ war niemals so aktuell wie heute, und gerade die letzten Wochen machen es so sehr notwendig, an die Singularität des Holocausts und unsere Verantwortung daraus zu erinnern.

Wir haben heute am Gedenktag unser Geschichts- und Lernlabor an der Clayschule vorgestellt. Dort, wo heute die modernste Schule in Neukölln steht, stand zu NS-Zeiten ein Zwangsarbeitslager. Schüler:innen der Schule haben sich an den Grabungen beteiligt, die Geschichte des Lagers rekonstruiert und an einem einzigartigen Ort mitgewirkt: Mitten in der Schule erinnern Objekte wie Besteck und Schüsseln aus dem Lager und zwei Holzwände der ehemaligen Baracken, an das Zwangsarbeiterlager.

So wird eindrücklich greifbar, dass wir an Tagen wie heute nicht nur erinnern und darüber sprechen, sondern tagtäglich damit konfrontiert werden, was war – und was niemals wieder sein darf.

 

Martin Hikel

Bezirksbürgermeister Neukölln

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